Meine Mama hielt nichts von der Kunst des Backens. Nur Kochen war für Sie eine kreative wertzuschätzende Tätigkeit. Backen war eher für Langweiler. Für die, die es nötig hatten, sich penibel an ein Rezept zu halten. Aus diesem Grund gab es bei uns im Haushalt lange Jahre keine Küchenwaage. Als wir Mädchen einen Kuchen, eine Torte oder gar einfache Plätzchen backen wollten, mussten wir uns immer von Mama anhören: „Seid nicht so genau! Nutzt einfach was da ist.“ Also: Öl statt Margarine, Butter oder Schmalz nutzen, Backpulver weglassen oder auf die Hälfte der angegebenen Zutatenmengen verzichten. Dementsprechend sahen unsere Backprojekte aus…

Kind und ihr Mama Peru 80er Jahren

Mama und ich beim Kuchen Essen zu meinem 5. Geburtstag, Lima 1986

„Wir können einfach nicht backen!“, war die Schlussfolgerung von mir und meinen Schwestern. Mama war damit zufrieden, denn bei Geburtstagen gab es einfach Torten vom Bäcker. Erst vor zwei Jahren kauften meine Schwester und ich eine sehr robuste Küchenmaschine aus Wuppertal. Seitdem backen wir beide wie die Weltmeisterinnen. Strikt nach Rezept, ist klar. Mama sieht bei Familienfesten unsere neu erworbene Backkunst wohlwollend an und insgeheim wünscht sie sich sicher, dass wir bald zur Besinnung kommen und den Kuchen endlich wieder vom Bäcker holen. „Die sehen einfach viel besser aus, Schätzchen!“

Für dieses Kuchenrezept habe ich im Internet einige Rezepte aufgespürt. Jedes Rezept hatte extrem verschiedenen Angaben von Zutaten und Zubereitungsarten. Endlich fand ich ein simples Rezept bei cocinaperu.com, nur die Angaben waren gar nicht so genau. Ich hätte fast aufgeben. Da kam meine Freundin Kirsten zu Hilfe. Sie ist ein Backprofi und half mir geduldig, Mengen und Zubereitungszeiten gut einzuschätzen. Danke liebe Kisten!!! Über diesen leckeren Kuchen muss man noch sagen: Die Geister streiten sich, ob es ein peruanisches Rezept ist oder nicht. Denn diesen Kuchen gibt es vom Rio Grande bis Feuerland. Hier also für euch in aller Bescheidenheit: die peruanische Variante der tres leches.

Rezept für Tres leches – Drei Milchsorten-Kuchen

Zutaten (8 Personen)

Biskuit:
6 Eier
160 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
240 g Mehl
1 TL Backpulver

Creme:
180 ml Kondensmilch
180 ml gezuckerte eingedickte Kondensmilch (z.B. Milchmädchen)
180 ml Sahne

Eischnee-Zimt-Topping:
3 Eiweiß
3 EL Zucker
1 Prise Salz
1 EL Zimtpulver

Zubereitung

Eier trennen. Eiweiß steif schlagen. Zucker und Vanillezucker zugeben und rühren. Eigelb zugeben und vorsichtig unterrühren. Mehl und Backpulver zugeben und unterheben. Backofen vorheizen. Eine längliche Form wählen und den Boden mit Backpapier bis zum Rand auslegen. Teig einfüllen und im Backofen 180°C für 20 Minuten backen. Zur Seite legen und abkühlen lassen.

Für die Creme werden die drei Milchsorten gemixt. Für das Topping wird das Eiweiß mit einer Prise Salz steif geschlagen. Zucker zugeben und noch Mal vorsichtig schlagen.

Zum Servieren wird das Biskuit in einzelnen Portionen geschnitten und auf den Tellern angerichtet. Die Creme großzügig zugeben und das Topping richten. Zum Schluss wird das Zimtpulver drauf gesiebt. 

Fotos der Zubereitung: Tres leches