Picarones ist das klassische Street Food. Diese fettigen süße Ringe, die in Sirup schwimmen müssen, gibt es auf Volksfesten und Märkten. Nie hätte ich mich an die Zubereitung gewagt, wären da nicht meine Tanten gewesen. Der Teig sei so schwierig zuzubereiten und außerdem sei das Loch, das in die Mitte entstehen soll, eine Riesenkunst, so meine Eltern. Doch meine Großtanten wagten es in den 70er Jahren in Lima. Sie hatten ein hehres Ziel: das Fundraising! Meine Tanten bereiteten Picarones auf Schulfesten zu, um ihren Beitrag zur Verschönerung der Schule zu leisten. So wie man hier in Deutschland Kuchen in der Kirchengemeinde verkauft.

Meine Großtante Rosita - Lima, 70er Jahren

Meine Großtante Rosita – Lima, 70er Jahren

Picarones ist doch eher eine Art peruanischer Kreppel, dachte ich. Viel passender zu Fasching. Aber als ich Kürbis im Supermarkt sah, zögerte ich nicht und probierte mein Glück. Das super Rezept von Martin Morales in seinem Buch „Ceviche“ habe ich etwas abgeändert. Ich habe etwas mehr Mehl genommen, da ich nicht riskieren wollte, dass kein Loch bei den Ringen entsteht. Die Prozedur beim Ringeformen und Frittieren habe ich so gut ich konnte den Straßenverkäuferinnen in Lima nachgemacht. Meine Tanten wären doch stolz auf meine Künste gewesen. Für das Fundraising wären meine Picarones weniger geeignet gewesen. Diese für mich so kostbaren und köstlichen Ringe hätte ich nicht mal für 10 Eure pro Stück weggegeben!

 

Rezept für Picarones – Kürbis-Süßkartoffel-Ringe

Zutaten (10 Stück)

Teig

1 Zimtstange
4 Gewürznelken
1 EL Anissamen
4 EL Zucker
1 kleiner Hokaido-Kürbis (geschält 200g)
1 große Süsskartoffel (geschält, entkernt 200 g)
20 g frische Hefe
2 EL warmes Wasser
1/2 TL Salz
320 g Mehl
Öl zum Frittieren

Obst-Sirup

200 g brauner Rohrrohzucker
1 Zimtstange
1 Sternanis
6 Gewürznelken
1 Apfel
1 Quitte
Schale einer Orange
Schale einer Anananas (im Originalrezept wurde dies statt Quitte verwendet)

Optional

1 Feigenblatt für den Sirup

Zubereitung

Für den Teig Gewürze in einem Säckchen oder Teebeutel packen. Kürbis schälen und hacken. Süßkartoffel schälen und in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit dem Säckchen und 2 EL Zucker in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Köcheln lassen bis Kürbis und Süßkartoffel gar und weich sind. In der Zwischenzeit Hefe mit warmem Wasser mit den restlichen 2 EL Zucker auflösen und an einem warmen Ort 15 Minuten ruhen lassen.

Kürbis und Süßkartoffel gründlich abtropfen lassen, Säckchen entfernen und fein pürieren. In eine Rührschüssel zusammen mit Salz, Hefemischung und Mehl geben. Zu einem glatten Teig verarbeiten, z.B. mit den Knethaken eines Rührgeräts oder einer Küchenmaschine. Teig zudecken und an einem warmen Ort gehen lassen. Ich habe es über Nacht in den Kühlschrank gestellt und 2 Stunden vor der Zubereitung an einen warmen Ort gebracht. Wichtig ist, dass sich der Teig verdoppelt.

Für den Sirup Rohrzucker mit den Gewürzen und Obst in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Für ca. 45 Minuten zum Kochen bringen. Anschließend Obst, Schalen und Gewürzen entfernen und im Topf bei schwacher Hitze zu einem dicken Sirup werden lassen.

Öl 5cm hoch in einen tiefen Topf geben und erhitzen.

Der Teig wird mit nassen Händen in einen kleinen Ball geformt. Mit dem Zeigefinger ein Loch in die Mitte bohren und mit den Händen in einen Ring formen. Ring vorsichtig in das Öl gleiten lassen. Mit dem Stiel eines Holzlöffels wird das Loch des Rings gedreht, sodass sich der Ring im Öl um den Stiel windet und das Loch weit bleibt. Ringe einmal während des Frittierens wenden und goldbraun werden lassen. Aus dem Öl nehmen und auf Küchenpapier legen. Warm mit dem Sirup servieren.

Fotos der Zubereitung: Picarones