Vor Kurzem hatte ich Geburtstag. Das wusste auch Facebook und die obligatorischen Grüße kamen auch. Ich freute mich! Mit den Grüßen kam auch gleich eine Aufforderung: Ein guter Schulfreund Rodrigo bat mich darum, zu meiner Feier mit diesem Gericht herauszurücken: carapulcra! Als wir zusammen in Lima zur Schule gingen, haben wir unsere Geburtstage immer mal wieder bei Mc Donalds gefeiert. Wir fanden es albern und witzig zugleich. Zum Geburtstag einen Burger mit Pommes zusammen mit der Clique? Was wollten wir mehr!

Rodrigo sitzt neben dem Geburtstagskind Julia und ich stehe umarme ihn, Lima 1997

Rodrigo sitzt neben dem Geburtstagskind Julia. Ich stehe hinter ihm, Lima 1997

Nun… mit dem Alter wird man traditionsbewusster, gar nostalgisch und wir sehnen uns alle nach Speisen, die eher bei Omas Geburtstag serviert wurden, wie eine carapulcra. Dieses Gericht lebt vom Geschmack der getrockneten gelben Kartoffeln und der Erdnüsse.

Ich habe das Rezept von Martin Morales leicht verändert; etwas mehr Brühe und Erdnüsse etwas weniger Chili und eine kürzere Kochzeit. Dabei gefiel mir besonders sein Tipp: etwas Schokolade dazuzugeben. Herrlich! Nun zurück zu meinem Schulfreund: Er wohnt nun in Bermuda, daher hier das Gericht als Foto für dich, lieber Rodrigo. Die carapulcra und die Geburtstagsfeier holen wir nach!

Rezept für Carapulcra – Andenkartoffel-Eintopf

Zutaten (4 Portionen)

500 g SchweinefleischZutaten carapulcra
250 g getrocknete Andenkartoffeln oder ersatzweise 750 g festkochende Kartoffeln
1 große Zwiebel
3 Knoblauchzehen (gehackt)
1 EL Kreuzkümmel
1 TL Panca-Chili-Pulver
1 TL Amarillo-Chili-Pulver
350 ml Hühnerbrühe bzw. Hühnerfond
10 g bittere Schokolade
50 ml Rotwein (lieblich) oder Portwein
50 ml Rotweinessig
100 ml Weißwein
Salz
Pfeffer
Öl

 

Zubereitung

Die getrockneten Andenkartoffeln etwas bräunlich rösten. Danach diese in einer Schüssel mit heißem Wasser bedecken. (Falls ihr die normalen Kartoffeln benutzt, schält sie und schneidet sie in kleine Stücke.) Schweinefleisch in große Stücke würfeln. Die Chilis, den gehackten Knoblauch und den Rotweinessig zum Fleisch geben und vermengen. Ich habe diesmal die Chilis als Pulver genutzt. Im Originalrezept werden sie als Paste verwendet. Der Vorteil der Paste liegt darin, dass sie eine flüssigere Marinade ermöglicht. Der Vorteil der Pulver-Version ist, dass es lange im Gewürzregal haltbar ist. Das Fleisch soll mindestens 30 Minuten ruhen. In der Zwischenzeit die Zwiebel und die Schokolade hacken. Erdnüsse mahlen.

Zwiebel in heißem Öl anbraten. Pfeffer, Salz und Kreuzkümmel zugeben und rühren. Mit einem Löffel Marinade aus den Fleischstücken grob entfernen und aufbewahren. Fleisch zusammen mit der Zwiebelmischung bräunlich anbraten. Falls etwas Knoblauch von der Marinade angebraten wurde, diesen mit dem Löffel aus dem Öl herausnehmen, damit nichts anbrennt.  (Nun sollten die frischen Kartoffeln – falls keine trockene Andenkartoffel vorhanden –  kurz mitangebraten werden.) Mit dem Wein ablöschen. Trockenkartoffeln dazugeben und die Hühnerbrühe zugeben. Das Ganze soll bei mittlerer Hitze schmoren. Ich habe mich diesmal für das Garen im Backofen entschieden (180° Ober- und Unterhitze) und habe dazu die Fleisch-Kartoffel-Mischung in eine Backform mit Deckel gefüllt. Es war entspannter als sie auf dem Herd zu haben und regelmäßig zu rühren. Man kann sie aber auch in einer großen Pfanne mit einem durchsichtigen Deckel weitergaren.) Nach mindestens einer halben Stunde Erdnüsse, Schokolade und Portwein oder Rotwein zugeben und vermengen. Wer die Soße etwas flüssiger mag, kann etwas mehr Hühnerbrühe zugeben. Weitere 30 Minuten garen. Mit Reis servieren.

Fotos der Zubereitung: Carapulcra